Starkes Unwetter löste Feuerwehrgroßeinsatz in der Samtgemeinde Eschede aus

Beginn 30.3.2010, 21:45 Uhr

Ende 31.3.2010, 7:30 Uhr

SG Eschede (LK Celle)
Am Dienstag, den 30. März 2010, zog plötzlich ein Unwetter mit Starkregen, Hagel, Blitz und Donner, sowie Sturmböen über den Nord-Östlichen Landkreis Celle. Hier war besonders die Samtgemeinde Eschede betroffen.

Die Ortsfeuerwehr (OF) Scharnhorst und der Gemeindebrandmeister Ulf Heinemann wurden gegen 21:45 Uhr zu einem vollgelaufenen Keller durch die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FEL/RLS) des Landkreises Celle alarmiert. Dadurch, dass sich in den folgenden Minuten unzählige Meldungen über Straßenüberschwemmungen und Keller, die teilweise fast  einen Meter unter Wasser standen, häuften, wurden die Ortsfeuerwehren Eschede und Habighorst, sowie kurze Zeit später die Ortsfeuerwehren Endeholz und Höfer, nachalarmiert. Damit waren alle Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Eschede im Einsatz und arbeiteten die bisherigen Einsatzlagen ab. Die Einsatzleitung wurde mit einem Einsatzleitwagen der OF Habighorst am Feuerwehrhaus in Scharnhorst aufgebaut und der Samtgemeindebürgermeister Günter Berg liess es sich nicht nehmen die Einsatzleitung zu unterstützen.

Gemeindebrandmeister Heinemann koordinierte mit seinem Stellvertreter Rolf Pundschus die Einsätze in ihrem Gebiet. Da die FEL/RLS noch weitere Einsatzmeldungen bekommen hatte, wurde nach Anforderung des Einsatzleiters der 3. Zug (Wasserförderung) der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Celle, sowie der Bereitschaftsführer mit dem geländegängigen Führungsfahrzeug und der Einsatzleitwagen aus Hermannsburg und das MTF Lohheide alarmiert. Weiter fuhren der stellvertretende Kreisbrandmeister Willi Lucan und die Technische Einsatzleitung aus Bergen das Feuerwehrhaus in Scharnhorst an.

Insgesamt mussten über 130 Einsatzkräfte von der Feuerwehr fast 40 kleinere und größere Einsätze abarbeiten. Unter anderem stand in Eschede das Wasser vor einer Gaststätte fast 60 cm hoch, in Scharnhorst verwandelten sich die Straßen in reißende Flüsse, Kellerfenster bersteten und das Wasser konnte ungehindert in die Kellerräume fließen. In Habighorst trat die Aschau über die Ufer und Überfluteten einen landwirtschaftlichen Betrieb. Hier floss das Wasser durch eine Scheune und drohte in das Haus einzudringen. Ein Anwohner verletzte sich beim  Schützen seines Hauses schwer und musste durch einen Rettungswagen in ein Krankenhaus verbracht werden. Weiter war an der alten Mühle in Habighorst das Stauwehr überlastet und die hier eingesetzten Feuerwehrleute des 3. Zuges der Kreisfeuerwehrbereitschaft pumpten das Wasser mit insgesamt zehn Pumpen am Wehr vorbei. Hierbei unterstützte auch der nachalarmierte Rüstwagen aus Winsen, der noch Tauchpumpen zur Einsatzstelle mitbrachte. Obwohl über 10.000 Liter die Minute umgepumpt wurden, dauerte es über drei Stunden, bis das Wehr wieder die Wassermassen selbständig bewältigen konnte.

Neben den ganzen Wassereinsätzen wurden die Feuerwehrleute zu zwei Blitzeinschlägen in Eschede alarmiert. In zwei Häusern in der Südstraße schlug ein Blitz ein, aber die zuerst eintreffenden Feuerwehrleute konnten keine Feststellungen machen. Zur Kontrolle wurde die Wärmebildkamera (WBK) aus Hohne angefordert. Aber auch die Kontrolle durch die WBK blieb zum Glück ohne Erkenntnisse. Gegen 03:30 Uhr waren die meisten Lagen abgearbeitet und die ersten Einsatzkräfte konnten einrücken. Um 07:30 Uhr waren die letzten Feuerwehrleute eingerückt und stellten die Einsatzbereitschaft wieder her. In den Morgenstunden war das Ausmaß des Unwetters erst sichtbar und einige Einsatzkräfte mussten noch einmal ausrücken um letzte kleinere Lagen abzuarbeiten.

Außer in der Samtgemeinde Eschede mussten noch in Unterlüß durch die Ortsfeuerwehr Unterlüß zwei Wasserschäden beseitigt werden und im Beckedorfer Ortsteil Grauen schlug ein Blitz in eine Garage. Hier mussten die alarmierten Feuerwehrleute aus Beckedorf und Hermannsburg aber nicht mehr eingreifen.

Text: Kreispressewart (KWP)

Von Julia am 31. März 2010 um 13:54